Auf die großen Vorteile, die sich durch die Verwendung von fertig betonierten Zargen und Gewänden beim Einbau der Fenster in die Maueröffnung erreichen lassen, wurde schon hingewiesen. Der wichtigste ist die Vereinfachung der Arbeit an der Baustelle: Die bis auf den letzten Anstrich fertigen Fenster werden vom Wagen genommen, ohne Aufenthalt in den sauberen Bau, bei oberflächlich abgetrocknetem fertigen Innen- und Außenputz, in die Gewände eingesetzt und an vorhandene Dübel geschraubt. Dabei wird die Dichtung aus geteertem Werg oder Glaswolle angepreßt, darauf die untere Dichtungsleiste eingepaßt, die äußere Fuge mit Steinkitt, die innere mit Deckleisten geschlossen. Das ist gewiß ein großer Fortschritt in dem Bestreben, möglichst viele Baustellenarbeit in die Werkstatt zu verlegen.
Es ist natürlich ein Nachteil, daß die Gewände nicht auch vom Tischler hergestellt werden können, und es wird einer guten organisatorischen Vorarbeit bedürfen, um die nötige Übereinstimmung zu erzielen. Unsere Kunststeinindustrie ist aber ohnehin noch sehr entwicklungsfähig.
Das vorgeschlagene Gewände ist auf Tafel 121 dargestellt. Der Querschnitt wird bei Verwendung von hochwertigem Beton noch schwächer gehalten werden können, wodurch sich das Gewicht verringert. Andererseits verlangt ein für die Wärmehaltung und Wärmeausdehnung günstigerer Porenbeton aus Ziegelsplitt oder ein Leichtbeton eine gewisse Stärke. Auch eine Herstellung aus Tonmaterial, oder aus einem mit Lehm geschmeidig gemachten Beton im Strangpreßverfahren, könnte zu einer etwas anderen Formgebung führen. Die Breite der Umrahmung und ihre Profilierung, ob vor dem Putz vorstehend oder etwas zurücktretend, mag natürlich je nach Umgebung und Landschaft verschieden sein.
Die Dübel haben sich bewährt. Auf der Kante sitzend, durch Nägel festgehalten, können sie den Beton nicht sprengen, zudem wenn das verwendete mittelharte Holz gekocht wird.
Auf den Tafeln 122-125 ist gezeigt, wie die Gewände im Mauerwerk sitzen, in ihrer Größe durch das Schichtenmaß und durch die Kopflängen bestimmt. Dabei sind die Höhenmaße so genommen, daß auch größere Steine zu je drei Ziegelschichten passen.
Der Gedanke liegt nahe, die Gewände als fertige Rahmen einzusetzen. Das würde des großen Gewichtes wegen einer aufwendigen Einrichtung bedürfen, mit der wir nicht rechnen können. Auch wären die großen Stücke ohne eine erhebliche Eisenarmierung nicht genügend bruchfest. Nach dem Versetzen würden sie aber dieser Verstärkung nicht mehr bedürfen.
Es wäre deshalb zu versuchen, die einzelnen Stücke, die von zwei Mann getragen werden können (beim Fenster auf Tafel 122 wiegen sie etwa 30-35 kg), nicht mit Eisen zu armieren, sondern ihnen etwa durch eine Einlage von Schilf eine eben für den Transport ausreichende Bruchsicherheit zu geben.
Beim Versetzen wird man sich zweckmäßigerweise eines Rahmens als Lehre bedienen, der, immer wieder benützt, verhindert, daß die Öffnung ungenau wird.
Daß es notwendig ist, die inneren geputzten Leibungen gegen Kälte zu isolieren, wurde bereits ausführlich begründet.
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Es muß noch bemerkt werden, daß für Kellerfenster andere Überlegungen maßgebend sind als für Stockwerksfenster in bewohnten und beheizten Räumen. Allenfalls bei Waschküchen werden sie zutreffen. Bei den übrigen Kellerräumen, wie übrigens auch bei Ställen, haben sich einfache Betonrahmen mit Rohglasplatten gut bewährt. Sie liegen außerhalb des Gesichtskreises unserer Betrachtungen.
